Wusstest du schon, dass Veränderung immer auch Abschied UND LOSLASSEN bedeutet?
Viele Menschen sehnen sich nach Veränderung – und fürchten sie zugleich. Sie wünschen sich, dass etwas anders wird: der Job, die Beziehung, die Stimmung, das eigene
Denken. Aber sobald die Veränderung tatsächlich vor der Tür steht, taucht eine leise Stimme auf: „Was, wenn es schlimmer wird?“
Diese Angst ist zutiefst menschlich. Denn jede Veränderung fordert etwas von uns: Wir müssen die vertraute Komfortzone verlassen – und uns auf unbekanntes Terrain
begeben.
Ich arbeite in der Praxis oft mit einem einfachen Modell: der Dreiecksäule (siehe Foto). Sie zeigt, auf welchen drei
Seiten wir uns innerlich bewegen, wenn Veränderung ansteht.
Erste Seite: „Die bösen Anderen!“
Hier suchen wir die Ursache im Außen. „Mein Chef versteht mich nicht.“ – „Meine Eltern haben mich geprägt.“ – „Mein Partner ändert sich ja auch
nicht!“
Und ja, es stimmt: Andere Menschen können uns verletzen, behindern oder kleinhalten. Aber wenn wir zu lange auf dieser Seite stehen, geben wir ihnen die Macht über
unser Leben. Heilung und Wachstum beginnen erst, wenn wir uns trauen, von dieser Seite herunterzusteigen.
Zweite Seite: „Ich Arme!“ oder „Ich Armer!“
Das ist die Seite des Selbstmitleids – verständlich, aber lähmend. Hier fühlen wir die ganze Schwere: „Warum immer ich?“ oder „Ich kann einfach nicht mehr.“ Dieses
Gefühl braucht zunächst Mitgefühl, nicht Zurechtweisung. Aber dann braucht es auch einen Impuls nach vorn. Wer zu lange in dieser Ecke bleibt, verliert seine Handlungsfähigkeit.
Dritte Seite: „Was müsste ich von jetzt an tun?“
Diese Seite ist in der Regel nicht sichtbar für die Klienten. Die räumliche Wahrnehmung erlaubt nur den Blick auf Seite 1 und 2. Aber wenn die Neugierde entstanden
ist, was wohl auf der dritten Seite stehen mag, dann beginnt der Prozess der Veränderung. Denn hier können Klienten in den Raum ihrer Verantwortung, Autonomie und Freiheit eintreten. Es ist die
schwierigste, aber auch die heilsamste Seite der Dreiecksäule. Hier stellen wir Fragen wie: „Was will ich loslassen?“
„Was darf ich mir neu erlauben?“- „Was kann ich heute tun, um dem Leben wieder Raum zu geben?“ Keine leichte Kost, aber hilfreich. Veränderung bedeutet nicht,
sofort alles anders zu machen. Es geht darum, sich zu entscheiden, dem Alten weniger Macht zu geben. Das, was gekränkt hat, darf seine
Bedeutung verlieren. Nicht, weil es unwichtig wäre – sondern weil du entscheidest, dass es dich nicht länger bestimmt. In der Gestalttherapie
sprechen wir davon, dass Wachstum dort geschieht, wo wir Kontakt aufnehmen: mit uns selbst, mit unseren Bedürfnissen, mit der Realität des Augenblicks. In der Hypnotherapie nennen wir es manchmal den Moment, in dem das Unbewusste sagt: „Ich bin bereit, ein neues Bild zuzulassen.“ Und in
der Traumatherapie geht es darum, alte Spuren zu würdigen – aber den Körper gleichzeitig zu lehren, dass jetzt eine neue Zeit ist. Veränderung
ist kein Weg von heute auf morgen. Aber sie beginnt immer in dem Moment, in dem du sagst: „Ich will mich nicht länger um das Alte
drehen. Ich will dem Neuen eine Chance geben.“
Traumatherapie kann dir dabei helfen.
Wenn du Fragen hast – ich bin für dich da.
